Hilfen im Alltag (20.10.2010)

Klaus Brückner; Rehabtechniker

Herr Klaus Brückner ist seit vielen Jahren Rehabtechniker und so mit den kleinen und großen Alltagsproblemen von Menschen mit Behinderung bestens vertraut.

Eine immer wiederkehrende Herausforderung im täglichen Leben ist das Umsetzen des Behinderten vom Bett in den Sessel, vom Sessel auf die Toilette, von der Toilette in den Rollstuhl und so weiter, und so weiter. Eine Herausforderung, die ohne entsprechende Hilfsmittel von einer betreuenden Person alleine unmöglich bewerkstelligt werden können. Herr Brückner zeigte uns für diese geschilderte Situation zuerst ein sehr einfaches, aber sehr effizientes Hilfsmittel:

 das Rutschbrett. Aber Vorsicht! Man muß auf das Material achten, aus dem das Brett gemacht ist. Ein Brett aus Plastik kann für einen großen, stattlichen Mann zur „Rutschpartie“ auf den Boden werden. Ausführungen aus Holz sind in so einem Fall besser geeignet. Eine teurere Variante ist der Patientenlifter. Herr Brückner demonstrierte an unserem Physiotherapeuten, wie einfach und ohne Kraftaufwand und für den Patienten völlig gefahrlos, das Gerät zu handhaben ist.

Weiters wurden verschiedene Arten von Rollstühlen „mechanisch bis elektrisch“ vorgeführt und ihre Vor- und Nachteile besprochen. Auch hier gilt, der Rollstuhl muß an die Person angepasst werden um zu einem wirklichen Hilsmittel und nicht zu einer Behinderung zu werden.

Eine große Hilfe bei der täglichen Körperpflege ist ein Badewannenlifter oder ein Duschrollstuhl. Für die Reinigung auf der Toilette werden bereits von verschiedenen Sanitärfirmen brauchbare WC-Duschen mit oder ohne Fön angeboten.

Bei all diesen Hilfsmitteln fühlen sich die Krankenkassen, da es sich nicht um „Heilbehelfe“ handelt, nicht zuständig, sodass man verschiedene Fonds und Hilfsorganisationen um Unterstützung bitten muss. Auch unser Verein hat das eine oder andere Hilfsmittel, dass wir gerne, falls möglich, zur Verfügung stellen können.

Auf einen entscheidenden Punkt wurde mehrmals hingewiesen: die Beschaffung der einzelnen Hilfsmittel braucht Zeit! Um „der Krankheit einen Schritt voraus zu sein“ muss rechtzeitig geplant werden. Es gilt auch die persönliche Wohnsituation zu bedenken, denn nicht jedes Hilfsmittel passt in jede Wohnung. Eine Begutachtung der Wohnung durch einen erfahrenen Rehatechniker ist daher wichtig, um gemeinsam die bestmögliche Lösung in jeder Situation zu finden.

Um mit den verschiedenen Hilfsmitteln auch vertraut zu werden, ist bei all unseren Treffen im Anschluss an den Vortrag Gelegenheit, verschiedene Geräte selbst auszuprobieren.

Zum Abschluss wurden uns noch Email Adressen für „Urlaub mit Behinderung“ empfohlen. zB http://www.handicapnet.com/, http://www.reisemeer.at/, www.rollstuhl-urlaub.de/oesterreich. Sollten Sie mit der einen oder anderen Urlaubsadresse zufrieden gewesen sein, bitten wir um Weitergabe derselben in unserem Diskussionsforum.