Schluckstörungen und PEG-Sonde (08.09.2010)

v. DI Dr. H. Lahrmann

Für einen ungestörten Schluckvorgang ist ein fein abgestimmtes Zusammenspiel vieler Muskeln im Mund- und Rachenraum, inklusive der Zungenmuskulatur, notwendig. Bei der kleinsten Störung in diesem komplizierten Ablauf, wie etwa eine Muskelschwäche bei ALS, kommt es zum Verschlucken.

Speiseteile und/oder Flüssigkeit gelangen in die vor der Speiseröhre gelegenen Luftröhre und lösen dort einen starken Hustenreiz aus. Können die Fremdkörper nicht abgehustet werden, gelangen sie in die Lunge und könnne zu schweren Lungenentzündungen führen (Aspirationspneumonie). Größere Nahrungsstücke können die Luftröhre komplett verschließen und akutes Ersticken verursachen.

Um diese schwerwiegenden Folgen von Schluckstörungen zu vermeiden, gibt es die Möglichkeit einer Magensonde (PEG-Sonde: perkutane endogastrische Sonde). Dabei handelt es sich um einen ca. 20 cm langen, flexiblen Kunststoffschlauch, der mit Hilfe einer Magenspiegelung (Gastroskopie) direkt in den Magen eingesetzt und durch die Bauchdecke herausgeführt wird (s. Skizze). Das Setzen der Sonde erfolgt in Kurznarkose und lokaler Betäubung und ist somit schmerzlos. Über diesen Schlauch können pürrierte oder künstliche Nahrung, Flüssigkeit und Medikamente gegeben werden. Wichtig zu wissen ist, dass es durchaus möglich ist auch mit PEG-Sonde normal zu essen und zu trinken.

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