Allgemeines zu Medikamenten-Studien

Welche Kriterien muss eine Medikamenten-Studie erfüllen, um wissenschaftlich anerkannt zu sein?

1. Die Studie muss placebo-kontrolliert sein!
Das bedeutet ein Teil, der an der Studie teilnehmenden Patienten bekommt eine Tablette ohne Wirksubstanz. Damit will man eine rein subjektiv empfundene Besserung von Seiten des Patienten, aber auch des Arztes ausschließen.

2. Die Studie muss doppelblind sein!
Das heißt, weder der Patient noch der Arzt weiß, ob Placebo oder die Wirksubstanz verabreicht wird. Dadurch will man eine mögliche positive Interaktion zwischen Arzt und Patient ausschließen. ("Der Doktor ist so bemüht – das Medikament wird mir sicher helfen!")

3. Die Studie muss randomisiert sein!
Die Auswahl, wer Placebo und wer das Medikament erhält, erfolgt nach dem Zufallsprinzip. Die Offenlegung erfolgt erst am Studienende, oder bei einem schwerwiegenden Zwischenfall.

Die Schulmedizin hat sich mit diesen Vorgaben selbst strenge Regeln auferlegt. Die Durchführung von Studien ist dadurch oft erschwert, da Patienten nicht in die Placebogruppe kommen wollen und nicht an Studien teilnehmen. Da die Ergebnisse während der Studie laufend untersucht und beurteilt werden, kann bei eindeutig nachgewiesener positiver Wirkung des Medikamentes die Studie vorzeitig beendet werden und alle Patienten sofort den Wirkstoff erhalten. Niemand erfährt somit einen Nachteil, wenn er an einer Studie teilnimmt.

Dr. M. Wild